Rezension: Thomas Gifford – Escudo
Gesehen, gelesen, gehört 14 Juli, 2006
Escudo von Thomas Gifford ist anders als sein bekanntester Roman Assassini oder Gomorrha und Protector, die ich ebenfalls schon gelesen habe. Wer diese Bücher kennt, erwartet eigentlich einen Thriller. Tatsächlich ist Escudo nicht mal ein Krimi. Es erinnerte mich von seiner Art eher an den Film “Der Clou“, also einer Ganovengeschichte.
Alves Reis wächst in ärmlichen Verhältnissen in Portugal um 1900 auf. Schon in jungen Jahren macht er sich auf, mit seiner schlitzohrige kriminelle Energie die Welt zu erobern. Anfänglich erschleicht er sich mit einem gefälschten Zeugnis einen guten Posten in der Kolonie Angola. Nach einem kurzfristigen Absturz plant er den Coup seines Lebens: er möchte die Lizenz zum Gelddrucken und gründet eine eigene Bank.
Ich finde das Buch einfach Klasse! Eine nette, sehr unterhaltsame Geschichte, die mich an einige Stellen zum Schmunzeln angeregt hat. Dabei wird die Geschichte im Flair der zwanziger Jahre beschrieben. Und gerade das macht dieses Buch aus, nur dieser Zeit können Ganoven so angenehm sympathisch wirken. Empfehlenswert!
Die Geschichte klingt fantastisch, sie beruht aber auf wahre Tatsachen. Alves Reis, seine Komplizen und ihr Coup hat es tatsächlich gegeben. Reis hat sogar ein Buch geschrieben. Und die Portugiesen-Banknoten-Krise führte tatsächlich zum Sturz der Regierung. Siehe englische oder portugiesisches Seiten von Wikipedia.
Die englische Originalausgabe von Escudo ist bereits 1977 erschienen. Die deutsche Ausgabe wurde erst 2003 bzw. 2005 (Taschenbuch) nach dem Tod von Thomas Gifford am 31.10.2000 in Deutschland veröffentlicht. Es ist also Jahre vor dem Erscheinen seines bekanntestesten Werkes “Assassini” veröffentlicht worden.
Escudo – Thomas Gifford – ISBN 3-404-15291-3 – 605 Seiten