Rezension: John Sandford – Todespiel / Totenklage (Doppelband)

Gesehen, gelesen, gehört 17 August, 2009

John Sandford - Todesspiel und TotenklageIn John Sandfords Todesspiel (bzw. Totenspiel – siehe letzter Absatz) geht es um die Ermordung des Hackers Bobby. Dieser wird heimtückisch zu Hause erschlagen. Der Mörder entwendet nach dem Mord lediglich das Notebook.

Ein befreundeter Hacker, Kidd, findet Bobby und macht sich mit zwei Freunden auf die Suche nach dem Mörder und dem Notebook. Den er vermutet, dass neben geheime Daten auch Informationen über ihn auf dem Notebook gespeichert sind, die dazu führen könnten, dass er enttarnt wird.

Und offensichtlich schafft es der Mörder, einige Daten zu entschlüsseln. Den der Presse werden Daten über hochrangige Politiker zugespielt, die von vermutlich von dem Notebook stammen.

Vorweg: Totenspiel war das erste Buch, das ich von John Sandford gelesen habe.

Ein Thriller im Hackermilieu – der Klapptexte das hörte sich vielversprechend an. Doch leider erfüllte er meine Erwartungen nicht mal ansatzweise.

Der Erzählstil ist überwiegend in der Ich-Form aus Sicht des Hackers Kidd geschrieben. Leider ist der Anteil der Gespräche von Kidd, die wörtlich wiedergegeben werden, recht hoch. Insgesamt wirkt die ganze Geschichte auch unnötig hektisch und erinnerte mich stark an die Groschenhefte über Jerry Cotton.

Fesselnde Spannung machte sich hierdurch auch nur zum Ende hin bemerkbar. Und obwohl das Buch nur rund 350 Seiten hat, wies es Längen auf.

Sandford hat das vermutlich an einem verregneten Wochenende, inspiriert durch einen Artikel zum Thema Hacken in der Wochenendzeitung, mal eben runtergeschrieben. Das ist das schlechteste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Also kurz und Gut: Von diesem Roman kann ich nur abraten.

Der zweiten Roman dieses Doppelbandes heißt: Totenklage. Der republikanische Exsenator Bowe verschwindet plötzlich. Seine Frau beschuldigt eine Organisation, die sich eigentlich um die Sicherheit in den Nachbarschaften kümmern soll und von dem Gouverneur Goodmann gegründet wurde. Madison Bowe behauptet sogar, dass es sich bei der Organisation eigentlich um einen Schlägertrupp handelt.

Da in einigen Monaten wieder Präsidentschaftswählen sind, beauftragt das Weiße Haus Politikkenner Jack Winter, Bowe zu suchen. Kurz darauf findet man die Leiche von Bowe, verbrannt und ohne Kopf. Winter ermittelt in verschiedene Richtungen weiter und stößt auf verschiedene Spuren in private, aber auch in politische Kreise.

Bei diesem Roman handelt es sich um einen typischen Politthriller. Gegenüber Totenspiel ist dieser Roman auch wesentlicher runder. Der Roman wird überwiegend aus Sicht von Winter wiedergegeben, aber nicht nur. Durchaus gibt es immer wieder Absätze und Kapitel, in denen andere Akteure im Mittelpunkt stehen. Hierdurch wird die Geschichte wesentlich unterhaltsamer und spannender. Auch verzichtete Sandford auf den verworrenen Stil der ersten Geschichte.

Totenklage ist ein durchschnittlicher Politthriller und aber sicherlich kein Höhepunkt in der Unterhaltungsliteratur. Er weiß aber zu unterhalten und rechtfertigt wenigstens halbwegs die 8 Euro, die der Doppelband gekostet hat.

Leider hat der Verlag beim Titel extrem geschlampt: Der erste Roman heißt auf der Titelseite Totenspiel und im Innenteil Todesspiel. Todesspiel ist aber der richtige Name. Auf der Verlagsseite wurde der Fehler mittlerweile korrigiert.

Unter Strich würde ich aufgrund des mangelhaften ersten Romans von diesem Doppelband trotz des günstigen Preises abraten.

John Sandford – Todesspiel/Totenklage – rund 700 Seiten – ISBN 978-3-442-13460-1 – 8 Euro

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