Rezession: Ed McBain – Big Bad City
Gesehen, gelesen, gehört 22 September, 2009
In einer fiktiven Großstadt wird im Park eine junge ermordete Nonne aufgefunden. Bei der Obduktion stellt der Pathologe fest, dass Schwester Vincent vor Kurzem ein Brustimplantat erhalten hat. Ferner fahnden die Detectives Carella, Brown und Kollegen nach einem Einbrecher, der bei seinen Einbrüchen Schokoladenkeckse hinterlässt. Bei den Ermittlungen finden sie weitere interessante und überraschende Details in den Fällen.
Bei diesem Thriller handelt es sich um einen klassischen amerikanischen Polizeithriller, in dem es im Grunde nur um die Ermittlungen der Polizeibeamten geht. Der Plot erinnerte mich an Geschichten, wie man sie beispielsweise aus der Serie „ Straßen von San Francisco“ kennt.
Der Stern schrieb dazu „Exzellent recherchierter Polizisten-Alltag. Der Leser erlebt die Ermittlungen, als wäre er selbst dabei …“. Und der Alltag eines Detectives kann durchaus höhepunktlos verlaufen. McBain schafft es, einen Roman mit rund 333 Seiten abzuliefern, der ohne jegliche Höhepunkte verläuft. Ja, so stellt man sich einen Alltag eines Detectives vor, nur möchte man das nicht unbedingt lesen. Die Handlung plätschert dahin wie eine kleiner Bach, ohne rechte Spannung und ohne überraschende Momente.
Die Beschreibung der Akteure bleibt teilweise oberflächlich. Ansonsten ist der Roman sicherlich handwerklich gut geschrieben, doch reicht das nicht.
Unter Strich handelt es sich um einen eher unterdurchschnittlichen Roman, den man nicht unbedingt gelesen haben muss.
Ed McBain – Big Bad City – 333 Seiten – ISBN: 978-3-570-06835-9 -– Stern-Krimi-Edition