Rezension: Ruth Rendell – Urteil in Stein
Gesehen, gelesen, gehört 29 September, 2009
Der Roman spielt zu Beginn der 1970er Jahre. Die Familie Coverdahle stellt eine neue Haushälterin ein. Diese stellt sich als tüchtige und genügsame Arbeitskraft aus, daher sind auch fast alle Familienmitglieder von ihr anfänglich sehr angetan.
Doch Eunice hat ein Geheimnis, ein Handicap, deren Entdeckung sie möglichst vermeiden möchte. Im Laufe der Zeit treten die Schwächen immer mehr in den Vordergrund. Schließlich eskaliert es und Eunice bringt die ganze Familie um.
Ruth Rendell eröffnet ihren Roman „Urteil in Stein“ mit dem Satz: „Eunice Parchmann tötete die Familie Coverdale, weil sie nicht lesen und schreiben konnte.”
In diesem Roman, der sicherlich in dieser Form kein Thriller, sondern eher ein klassischer Kriminalroman. Action und Verstrickungen sucht man vergebens. Auch nimmt sie mit dieser Eröffnung das vermeidliche Ende vorweg. Es geht also nicht um die Suche nach dem Mörder, nach dem Motiv oder nach der Art und Weise, sondern einfach nur darum, warum eine einfache Frau aufgrund einer psychischen Störung zu einer Mehrfachmörderin wird.
Dies erfolgt aber auf einer gelungenen Art, die Würze liegt in der feinen Formulierung und plastischen Darstellung der Protagonisten. Rendell schafft es, den Leser auch ohne große Spannungsmomente bei Laune zu halten.
Handwerklich einfach gut gemacht. Wer auf Krimis oder Romane der eher leisen Töne steht, der wird diese Buch sicherlich zusagen.
Ruth Rendell – Urteil in Stein – 252 Seiten – ISBN: 978-3-570-06821-2- Stern-Krimi-Edition