Rezension: Irving Stone - Charles Darwin; Der Schöpfung wunderbare Wege

Gesehen, gelesen, gehört, Rezensionen 25 Juli, 2007

In meine erste Biografie, genauer Romanbiografie, die ich jetzt gelesen habe, geht es um das Leben und Wirken von Charles Darwin.

irving-stone-der-schoepfung-wunderbare-wege.jpgCharles Darwin wollte eigentlich Pfarrer werden und hatte daher Theologie studiert. Damals (~1830) war es üblich, das man die Zeit von ein bis zwei Jahren, bis man seine erste Pfarrerstelle antreten konnte, für Reise und Forschung nutzte. Darwin, ein naturwissenschaftlicher Laie, wurde ein Platz auf dem Vermessungsschiff Bealge angeboten. Darwin, der bis nur Grundkenntnisse in Geologie besaß, sollte während der zweijährigen Reise verschiedene Proben sammeln.

Während der ersten zwei Jahre der Reise wurde die Atlantikküste Südamerikas vermessen, hiernach segelte die Beagle zur Pazifikküste. Hier wurden weiter Vermessungen durchgeführt. Von dort segelte die Bealge über Australien, Afrika und wieder nach Südamerika und dann endlich nach England zurückzukehren.

Während dieser Zeit lebte Darwin zeitweise für einige Wochen oder Monate an Land und unternahm Expeditionen ins Landesinnere. Die Reise dauerte schließlich fünf Jahre.

Darwin sammelte Proben von Steinen, Fischen, Vögel und diversen anderen Tieren und schickte diese mit Postschiffen nach England. Am Ende der Reise betrug die Sammlung mehrere tausend Stück Exponate.

Nach seiner Rückkehr katalogisierte Darwin mit anderen Forschern die Sammlung und veröffentlichte mit diesen zahlreiche Schriften in den Bereichen Geologie und Biologie.

Zur damaligen Zeit ging man davon aus, das Gott den Mensch, alle Tieren und Pflanzen erschaffen hat. Schon während der Reise fiel ihm die zahlreichen Modifikationen einiger Arten auf. Und das schien ihm zur gelten Meinung über die Unveränderbarkeit der Rassen unlogisch. Über Jahrzehnte entwickelte er die bekannte Evolutionstheorie und veröffentlichte erst als Fünfzigjähriger hierüber sein bekanntestes Buch “Entstehung der Arten“.

Neben der Reisetagebuch “Die Fahrt der Beagle” und dem anderen bekannten Werk “Die Abstammung des Menschen” schrieb Darwin bis zu seinem Tod einige weitere Bücher, die alle bei ihrer Veröffentlichung große Beachtung fanden. Er war sicherlich einer der größten Naturforscher.

Das Buch beginnt kurz vor Reisebeginn und beschreibt recht ausführlich die fünfjährige Weltreise. Im zweiten Teil geht es dann um die Zeit nach der Reise bis zu seinem Tod.

Die Beschreibung der Reise im ersten Teil ist einfach nur klasse. Obwohl dieser Teil mit rund 400 Seite recht umfangreich ist, hätte es von mir aus noch detailreicher sein können. Es ist schon unglaublich, was er als 22jähriger alles schon erlebt hat. Ich überlege schon, ob ich mir sein Reisetagebuch “Die Fahrt der Beagle” nicht auch noch kaufen soll.

Im zweite Teil beschreibt Stone sein weiteres Leben als Forscher und Familienmensch. Seine Familie und seine Freunde und Bekannte, mit denen er sich über seine Forschungen austauschen konnte und die ihn unterstüzten, waren ihm wichtig. Und dies wird im Buch deutlich.

Die Evolutionstheorie anhand von Beispielen zu begründen und die Widerstände durch die Gegner dieser Theorie zu überwinden, steht insbesondere im letzten Viertel des Buches im Mittelpunkt. Auch die damit verbundenen Anfeindungen sind fühlbar beschrieben.

Stone verstand es, das Leben des Charles Darwin im Zeitbild der damaligen Wissen- und Gesellschaft zu beschreiben. Zugegeben, an einigen wenigen Stellen wirkt das Buch etwas langatmig und gleichzeitig zu komprimiert, aber ein siebzig jähriges bewegtes Leben in ein Buch zu fassen, fordert Kompromisse.

Das Buch “Der Schöpfung wunderbare Wege - Das Leben des Charles Darwin” gehört zu den besten Bücher, die ich bisher gelesen haben. Selten hat mich ein Geschichte so bewegt, wie das über den Menschen Charles Darwin.

Irving Stone - Der Schöpfung wunderbare Wege; Das Leben des Charles Darwin - ISBN 3-499-23864-0 - 987 Seiten - Euro 9,90

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