John Grisham - Die Begnadigung

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Joel Backman war einst ein sehr mächtiger Lobbyist. Als er verschiedene fremde Mächte den Zugriff auf einen Spionagesatellit vermitteln möchte, wird er wegen Geheimnisverrat angeklagt und kommt ins Gefängnis.

Auch Jahre später weiß Backman immer noch zu viel. Der CIA würde ihn gerne beseitigen und arrangiert seine Begnadigung durch den scheidenden Präsident. Im Rahmen eines Zeugenschutzprogrammes wird er Italien versteckt, soll Italienisch und Lebensart der Italiener kennen lernen, sagt der CIA

Schon kurze Zeit später erhalten seine ehemaligen “Geschäftspartner” einen Tipp und nehmen seine Fährte in Italien auf.

Laut Klapptext handelt es sich um eine brisante Geschichte aus dem Zentrum der Macht, die nicht vom Weißen Haus, sondern von einem unkontrollierbaren Staat im Staate ausgeht.

Und gerade das trifft meiner Meinung nach den Kern der Geschichte nicht.

Tatsächlich steht die Figur Joel Backman, seine Flucht nach Italien und seine Bemühungen, die Sprache zu lernen und in den Alltag abzutauchen, im Mittelpunkt dieser Geschichte. Und gerade dieser Aspekt, was in einem Mensch vorgeht, der in einem fremden Land untertaucht, fand ich interessant.

John Grisham hat hier eine spannende Geschichte abgeliefert, die Akteure nah beschrieben, die Welt der Politik und Agenten tangiert, das Ganze mit etwas Aktion und einer Liebesepisode angereichert (keine Angst, nur angereichert) … rundum ein lesenswerter Thriller.

Unter Strich insgesamt ein überdurchschnittlicher Grisham und überdurchschnittlicher Thriller. Von mir gibt es daher eine klare Kaufempfehlung!

Weitere Beiträge zu John Grisham.

John Grisham - Die Begnadigung - ISBN 978-3-453-43197-3 - 478 Seiten - 9,95 Euro

Rezension: Ken Follett - Eisfieber

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Toni Gallo ist eine ehemalige Polizistin und seit einiger Zeit Sicherheitschefin eines Labors in Schottland, wo mit gefährlichen Viren gearbeitet wird.

Ein Mitarbeiter entwendet unmittelbar vor den Weihnachtsferien ein Kanichen und stirbt qualvoll. Kurz darauf hacken  Verbrecher das Sicherheitssystem und dringen in die hoch gesicherte Firma und entwenden Proben tödlicher Viren.

Die Suche nach den Tätern und der Viren wird durch einen starken Schneesturm erschwert. Und Toni weiß nicht, das einer der Täter der Sohn des Inhabers ist, der sich an seinen Vater rächen möchte. Während dessen treffen die übrigen Familienmitglieder auf dem Anwesen der Familie zu obligatorischen Weihnachtsfeier ein.

Dieser Roman von Ken Follett ist einfach ein einfacher Thriller und passt daher nicht ganz in die Reihe der anderen Bücher und Thriller von ihm, bei denen es sich in der Regel eher um politische oder historische Thriller oder Romane handelt. Der Grundgedanke gefällt mir eigentlich ganz gut, auch wenn die Ideen “Diebstahl von Viren”, “Wintereinbruch” oder “Show-Down auf dem Familienanwesen” nicht wirklich neu sind.

Zum Ende hin nimmt die Dramatik und Spannung zu. Insbesondere hier übertreibt es Follett  und bedient sich Klischees. So wird jemand zweimal mit dem Auto überfahren und wie in einem schlechten Film hat das “Opfer” nur ein Bein gebrochen. Leider wird hierdurch die Geschichte immer unglaubwürdiger.

Aber man hätte aus der Geschichte mehr machen können und von Follett kann man auch mehr erwarteten, den er kann es besser. Es ist ein leicht unterdurchschnittlicher Thriller und ein deutlich unterdurchschnittlicher Follett.

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Eisfieber - Ken Follett - ISBN 978-3404156689 - 464 Seiten - 9,95 Euro

Rezension: Jeffery Deaver - Das Teufelsspiel

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Jeffery Deaver - Das TeufelsspielEine sechzehnjährige Schülerin ermittelt für einen Schulaufsatz in einer Bibliothek. Plötzlich erscheint ein Mann mit einer Maske und versucht das Mädchen umzubringen. Doch das Mädchen kann entkommen. Die Indizien sprechen dafür, das er sie vergewaltigen wollte.

Rhyme und Sachs untersuchen den Tatort, befürchten sie doch, dass der Mann sich nun an ein anderes Mädchen vergreifen wird.

Auf offener Straße wird der leitende Bibliothekar erschossen. Die Spuren ergeben, dass er von einem Profikiller erschossen wurde, der auch keine Rücksicht auf unschuldige Passanten nimmt.

Nur was haben die beiden Fälle miteinander zu tun? Sollte das Mädchen, das nach einem Vorfahren recherchierte, welcher sich vor 140 Jahre ereignete, doch nicht vergewaltigt sondern mundtot gemacht werden? Du Suche nach dem Killer und den wahren Gründen beginnt mit einer Reise in die Vergangenheit.

Der Roman von Deaver fängt spannend an, lässt dann aber leider etwas nach. Deaver schafft es aber, im letzten Drittel durch einige Wendungen für kleine Überraschungen und neue Spannungsmomente zu sorgen. Gefallen hat mir die historische Spur und die Suche in der Vergangenheit der Familie des Mädchen.

Das Teufelsspiel ist ein typischer Rhyme/Sachs-Thriller von Jeffery Deaver. Und das meine ich im positiven wie auch negative Sinne. Er reiht sich lückenlos in die Reihe mit dem bekannten Ermittlerpärchen ein und bietet daher erstmal nicht viel Neues. Aber wer die anderen Romane mit den Beiden mag, macht mit diesem Buch sicherlich nichts falsch.

Unter Strich bietet der Roman solide Unterhaltung für Thriller-Fans.

Weitere Beiträge zu “Jeffery Deaver

Jeffery Deaver - Das Teufelsspiel - ISBN 978-3442368297 - 536 Seiten -  8,95 Euro

Rezension: David Baldacci - Mit jedem Schlag der Stunde

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David Baldacci - Mit jedem Schlag der StundeAuf einer Waldlichtung wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. An ihrem Arm findet man eine Uhr, die ihr der Mörder umgelegt hat und auf 1 Uhr zeigt.

Kurz darauf wird ein junges Teenagerpärchen beim Tet â tet in einem Wagen mit einer Schrotflinte erschossen. Auch hier verstellt der Mörder die Uhrzeit der Armbanduhren: auf 2 und 3 Uhr.

Michelle Maxwell, eine ehemalige Secret Service Agentin, findet beim Joggen das erste Opfer und gerät so mit Ihrem Partner, dem Anwalt Sean King, in den Strudel der Ermittlungen.

Dabei soll das private Ermittlerduo eigentlich die Unschuld eines Mannes beweisen, der verdächtigt wird, bei dem reichen und angesehenen Bürger Bobby Battle eingebrochen zu haben.

Doch das Morden des Serientäters geht weiter. Hierbei imitiert er die Morde von bekannten Mördern und gibt so den Ermittlern einige Rätsel auf. Oder handelt es sich doch um mehrere Täter?

Gleich auf den ersten Seiten geht es los, Baldacci hält sich nicht lange mit einer Einführung auf. Die Akteure werden eher beiläufig vorgestellt, die notwendige Tiefe wird denoch erreicht.

Der Spannungsbogen reist nicht ab. Gerade der Mittelteil mit der Suche nach Verbindungen zwischen den Opfern und das Sichern der Spuren verspricht gute Unterhaltung.

Auf übermässige Gewaltdarstellung, wie man sie häufiger in dieser Art von Romanen findet, verzichtet Baldacci. Ein Szene ist allerdings wirklich absurd. Da schießen zwei Akteure aufeinander und die Patronen treffen sich im Flug. Da ging Baldacci eindeutig die Fantasie durch.

Zum Ende lässt der Roman allerdings etwas nach, mir ist es etwas zu lang geraten. Das Gesamturteil leidet hierunter allerdings nur wenig.

Das Cover des Taschenbuches ist übrigens sehr gut gelungen und hebt sich mit der Struktur von breiten Masse ab - sehr schön!

Das Ermittlerduo King/Maxwell hat sich übrigens im Roman “Im Bruchteil einer Sekunde” kennen gelernt.

Baldacci gelingt es wiedermal ein spannenden Thriller abzuliefern. Sicherlich nicht der Bester von Baldacci, aber immer noch über dem Durchschnitt vergleichbarer Thriller!

Daher: Mit jedem Schlag der Stunde” - eine eindeutige Empfehlung von mir für jeden Freund von gut gemachten Thriller und spannenden Spurensuchen.

David Baldacci - Mit jedem Schlag der Stunde - 572 Seiten - ISBN 9783404157938

Rezension: Stieg Larsson - Verblendung

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Stieg Larsson - VerblendungVor 40 Jahren verschwand das 16jähriges Mädchen Harriet Vanger während eines Familientreffens von einer kleinen schwedischen Insel. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war die einzigste Brücke versperrt. Ihr spurloses Verschwinden ist bis heute ungeklärt.

Seit 40 Jahren erhält der Industrielle Henrik Vanger, Onkel der Vermissten, regelmäßig zu seinem Geburtstag anonym eine getrocknete Blume mit der Post, ganz so wie Harriet es bis zu ihrem Verschwinden immer gemacht hat.

Vanger beauftragt den Journalist Mikael Blomkvist jetzt endgültig der Sache auf den Grund zu gehen. Unter dem Vorwand eine Biografie über Vanger Familie zu schreiben, taucht er in die Geschichte der Industriellenfamilie ein. Unterstützt wird er von Lisbeth Salander, einer abgedrehten privaten Ermittlerin.

Das Erstlingswerk von Stieg Larsson hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen.

Die Hauptakteure werden sehr sorgfältig eingeführt und sehr plastisch dargestellt. Auch der Schreibstil ist gefällg. Der Actionanteil ist (angenehm) gering, der Roman lebt von der Spurensuche und den Akteuren.

Der Roman hat über längere Zeit mehrere parallele Erzählstränge (Vanger, Blomkvist und Salander) die sich erst im Laufe des Romans kreuzen. Die Einführung der Hauptakteure hat mir hierbei zu lange gedauert. So findet das Ermittlungsduo erst nach 391 Seiten von 687 Seiten zusammen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat Salander schon das eine oder andere erlebt, was mit der eigentliche Geschichte überhaupt nichts zu tun hat. Die Suche nach den Puzzel-Teilen hätte nach meinem Geschmack etwas länger ausfallen können, hier wäre sicherlich noch Potential gewesen. Die Auflösung kommt dann überraschend schnell.

Man muss auch wissen, dass die drei Romane von Larsson eigentlich eine Triologie ist. Die Erlebnisse von Salander im ersten Teil des Buches werden im zweiten Band fortgeführt.

Daher sollte man, wenn man Verblendung lesen möchte, die beiden anderen Teile (”Verdammnis” und “Vergebung”) gleich einplanen.

Stieg Larsson - Verblendung - ISBN: 978-3-453-43245-1 - 688 Seiten - 9,95 Euro


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